Seit 1904 engagiert sich unsere Genossenschaft für gutes und bezahlbares Wohnen ihrer Mitglieder. Um aktuellen und künftigen Herausforderungen zu begegnen, entwickeln wir unseren Wohnungsbestand unter Berücksichtigung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Aspekte kontinuierlich weiter.
Auf der 21. UN-Weltklimakonferenz, die im Dezember 2015 in Paris stattgefunden hat, einigten sich 197 Staaten auf ein neues, globales Klimaschutzabkommen. Ein wesentliches Ziel des Pariser Abkommens besteht darin, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf “deutlich unter” zwei Grad Celsius zu begrenzen mit Anstrengungen für eine Beschränkung auf 1,5 Grad Celsius.

In Berlin sollen die CO₂-Emissionen des Gebäudesektors im Vergleich zu 1990 bis 2030 um 70 Prozent sinken, um bis spätestens 2045 klimaneutral zu werden. Die Wohnungswirtschaft steht dabei vor erheblichen Herausforderungen. Wir verfolgen seit vielen Jahren einen Ansatz, der ökologische und wirtschaftliche Aspekte miteinander verbindet, und setzen Maßnahmen zur Reduzierung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen um.
Grundlage dafür ist eine CO₂-Bilanz für das Geschäftsjahr 2022/2023. Darin wurden Energiebedarf und CO₂-Emissionen aller Wohnanlagen erfasst. Sie dient als Basis für ein fortlaufendes Monitoring, mit dem die Auswirkungen umgesetzter Maßnahmen nachvollzogen werden können.
Der durchschnittliche CO₂-Ausstoß des Wohnungsbestands beträgt 21,25 Kilogramm CO₂ pro Quadratmeter Wohnfläche (Stand: 30.09.2021). Die Einordnung dieses Wertes erfolgt auf Grundlage der jeweils geltenden gesetzlichen Anforderungen und internen Zielsetzungen.
Das Kriterium „CO₂-Ausstoß je m² Mietfläche“ wird zunehmend eine bedeutende Kennzahl zur Entscheidungsunterstützung, Steuerung und Kontrolle von investiven Projekten und Maßnahmen. Mit ihr wird zudem die energetische Qualität des Wohnungsbestandes gemessen und analysiert. Maßnahmen leiten wir auf dieser Basis ab. Hierzu zählen insbesondere:
Sämtliche Maßnahmen unterliegen einer Kosten-Nutzen-Betrachtung, müssen messbar und nachhaltig sein. Die regelmäßige Wartung von Heizungsanlagen ist seit langem EVM-Standard. Aktuell werden, wo noch nicht vorhanden, geregelte Heizungspumpen installiert und der hydraulische Abgleich in verschiedenen gasbeheizten Wohnanlagen hat begonnen.
Um für die verschiedenen Wohnanlagen die jeweils optimale Lösung zur Effizienzsteigerung zu finden, arbeiten wir gemeinsam mit Planern, ausführenden Firmen, Sachverständigen und Versorgern zusammen. Dabei wird nicht nur die Wärmeversorgung, sondern auch die Gebäudehülle und ein möglicher Einsatz von Photovoltaik- und Solaranlagen untersucht.

Vor einigen Jahren hat die Genossenschaft Bienenstöcke in ausgewählten Wohnanlagen aufgestellt. Damit schafft sie Standorte für die Haltung von Honigbienen innerhalb des Wohnungsbestands. Weil Bienen auf ihrer Nahrungssuche, die später in der Produktion von Honig endet, Pollen von Blüte zu Blüte weitertragen, sind sie die Bestäuber etwa eines Drittels aller landwirtschaftlichen Nutzpflanzen.
In Städten ist es um durchschnittlich 2-3 Grad wärmer als auf dem Land, weshalb Berliner Bienen im Frühling früher und im Herbst länger fliegen als ihre Verwandten in ländlichen Regionen. Zusätzlich dazu finden sie in Berlin ganzjährig abwechslungsreiche Nahrung in den zahlreichen Grünanlagen, Hausgärten oder auf Balkonen und Verkehrsinseln. Ein weiterer Vorteil für Bienen in der Stadt ist, dass die Pflanzen dort meist weniger mit Insektiziden und Pflanzenschutzmitteln in Kontakt kommen. Übrigens: Eine Statistik des Deutschen Imkerbunds zeigt, dass Stadt-Bienen mehr Honig produzieren als Ihre Artgenossen auf dem Land.
Regenwasser vor Ort versickern zu lassen, kann dazu beitragen, die Kanalisation zu entlasten und die natürliche Grundwasserneubildung zu unterstützen. Aus diesem Grund passen wir die Regenentwässerung in unseren Wohnanlagen schrittweise an: Niederschlagswasser von Dach- und Wegflächen wird dabei über ein Rigolensystem im Boden versickert, anstatt direkt in die städtische Kanalisation eingeleitet zu werden.
Durch die Versickerung wird das Wasser zeitlich verzögert an den Untergrund abgegeben. Auf diese Weise verbleibt ein größerer Teil des Niederschlagswassers im lokalen Wasserkreislauf und die Einleitung in die Kanalisation kann reduziert werden.


Straßenbäume prägen das Stadtbild und sind Teil des urbanen Grüns. Ihre Standorte sind häufig besonderen Belastungen ausgesetzt. Dazu zählen unter anderem Trockenheit, Hitze, begrenzte Wurzelräume, Bodenverdichtungen, Versiegelungen sowie Schäden durch Bauarbeiten oder den Straßenverkehr.
Mitglieder verschiedener Wohnanlagen beteiligen sich an der Aktion „Rettet unsere Bäume“ und bewässern Straßenbäume mit Gießsäcken, Gießkannen oder Eimern. Die Genossenschaft unterstützt dieses Engagement durch die Anschaffung von Schlauchwagen mit Wasseruhren. Dadurch können Bewohnerinnen und Bewohner Wasser über die dafür vorgesehenen Entnahmestellen beziehen und für die Bewässerung der Straßenbäume nutzen.
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