Soziales Zentrum am Mariendorfer Damm

Medizinische Versorgung und gemeinschaftliches Leben mit Betreuungsmöglichkeiten unter einem Dach

Durch die demoskopische Entwicklung spielt das Thema Wohnen im Alter und Wohnen mit Serviceleistungen eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft. Deshalb haben wir bereits vor einigen Jahren, gemeinsam mit dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) das Kiezschwesterprojekt aus der Taufe gehoben. Die Kiezschwester in Mariendorf deckt bereits einen Teil des Service- und Betreuungsbedarfs. Oft sind jedoch die Wohnungen ohne Aufzug oder eine intensive Pflegenotwendigkeit der Grund für einen Auszug aus den eigenen vier Wänden.

Aus diesem Grund hat sich die Genossenschaft entschieden, die Wohnbebauung der 70-er Jahre am Mariendorfer Damm 187, 189 und 191 zu erweitern, um so ein soziales Zentrum mit Arztpraxen, einer Einrichtung für Tagespflege, einer Wohngemeinschaft, Gewerbeeinheiten und Wohnungen mit Service-Angeboten zu schaffen.

Das Ziel in diesem sozialen Zentrum ist es, eine medizinische Versorgung und gemeinschaftliches Leben mit Betreuungsmöglichkeiten unter einem Dach zu vereinen. Die EVM Berlin eG kooperiert auch hier, wie beim Kiezschwester-Projekt, mit dem EJF.

Geplant wurde der Umbau im Herzen Mariendorfs von Büro13 Architekten, die Bauausführung übernimmt Kondor Wessels. Die Maßnahmen beginnen in diesem Jahr, voraussichtlich im 2. Halbjahr 2023 werden die neu geschaffenen Räume bezugsfertig sein. Parallel zu den Aufstockungsmaßnahmen werden die bestehenden drei Wohngebäude energetisch saniert.

Platz für neue Wohn- und Serviceangebote

Im bestehenden Erdgeschoss finden weiterhin 12 Gewerbeeinheiten von rund 20 bis 200 Quadratmetern Platz. Eine Apotheke, weitere das soziale Zentrum ergänzende Kleingewerbe und ein Kiez-Café werden dort vertreten sein.

Im 1. Obergeschoss werden zukünftig 8 Arztpraxen verschiedener Fachrichtungen untergebracht sein. Besonders den älteren Bewohnern sollen dadurch unnötig lange Wege zu den Ärzten erspart bleiben.

Im 2. und 3. Obergeschoss entstehen Apartments für EVM-Mitglieder zum Wohnen mit Service. Ziel des betreuten Seniorenwohnen ist es, älteren Menschen zu ermöglichen, bei Bedarf Dienstleistungen der u. a. sozialen und hauswirtschaftlichen Betreuung in ihrer eigenen Häuslichkeit in Anspruch zu nehmen. Durch das vorgehaltene Angebot an Dienstleistungen sollen die Servicekunden die Möglichkeit erhalten, ihren privaten Haushalt so lange wie möglich selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu führen.

Die 1-Zimmer und 2-Zimmer großen Wohnungen sind, auch durch große Bewegungsflächen, ideal für Senioren. Auch sollen dort Möglichkeiten für eine befristete Betreuung von Angehörigen geschaffen werden. Daneben wird pro Etage jeweils eine Wohngemeinschaft durch das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk umgesetzt.

Das 4. Obergeschoss ist von der Straße und den Höfen zurückgestaffelt. Neben den Wohnungen für EVM-Mitglieder ist eine Tagespflege vorgesehen.

Umbaumaßnahmen

Aufbauend über dem Bestand aus Tiefgarage und dem 2-geschossigen Gewerbebau entsteht ein dreigeschossiger Gebäudeteil mit einem zurückspringenden Staffelgeschoss.

Die Erschließung des Objektes erfolgt sowohl vom Mariendorfer Damm wie von der Hofseite aus; die Durchwegung des Gebäudes zu den Höfen wird im Erdgeschoss ermöglicht. Für die vertikale Erschließung werden drei neue Treppenräume mit jeweils einem Aufzug angelegt, wodurch alle Bereiche des Gebäudes schwellenlos erreichbar sein werden.

Die Tiefgarage bleibt erhalten und wird statisch ertüchtigt, ein Teil der vorhandenen Stellplätze entfällt zu Gunsten der Einrichtung von Mieterkellern.

Baulich lehnt sich die Gestaltung an die vorhandenen Wohnbauten an. Ein leicht hervortretender Erker mit schlichten Fensterbändern betont die Ecke und bildet eine kleine Überdachung für den darunterliegenden Eckkiosk. Die Länge der Straßenfassade wird ab dem 1. OG durch dreieckige Erker gegliedert, die den Räumen dahinter einen Blick in beide Richtungen bieten. Um die Nutzer vom Straßenlärm abzuschirmen werden die Erker mit Schallschutzfenstern ausgestattet. Die drei Treppenhäuser und Aufzüge, die den langen Baukörper erschließen werden in die ansonsten schwer zu belichtenden Anschlusspunkte des Riegels an die vorhandenen drei Hofgebäude gelegt.