Mietendeckel ist kontraproduktiv

Berlin braucht dringend mehr bezahlbare Wohnungen. Die Mieten sind in den letzten Jahren gestiegen. Auf dem Wohnungsmarkt gibt es „Schwarze Schafe“, die auf dem Rücken von Mietern ihre Rendite erwirtschaften und Wohnungen als Steuervermeidungsmodelle nutzen. Deshalb braucht Berlin eine kluge und vorausschauende Mietenpolitik. Die „Schwarzen Schafe“ müssen mit allen rechtlichen Mitteln bekämpft werden, aber es dürfen dabei mit einem Mietendeckel nicht alle getroffen werden. Ein Deckel ist keine Lösung – im Gegenteil. Wer nur auf Rendite bedacht ist, vermietet dann möbliert und hat schon den Deckel weggeschoben.

Die Genossenschaften haben die niedrigsten Durchschnittsmieten (5,60 Euro/pro Quadratmeter, EVM: 5,27 Euro/Quadratmeter) in der Stadt, bieten die meisten Leistungen beim Service und im sozialen Bereich und Sicherheit mit lebenslangem Wohnrecht. Wenn wir nicht mehr selber bestimmen können wann und wo wir in kleinen Schritten die Miete erhöhen und damit auch nicht mehr über unsere Investitionen, dann ist unser bewährtes Gefüge in Gefahr.

Seit 115 Jahren sorgen wir für sicheres und bezahlbares Wohnen und für stabile Mieterstrukturen. Wie die meisten Berliner Wohnungsbaugenossenschaften wurde die EVM Berlin eG zu einer Zeit gegründet, in der es noch keine staatlich organisierte Wohnungspolitik gab. Wenn jetzt der Staat in das genossenschaftliche System eingreift, sind unsere bewährten Strukturen in Gefahr.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen des geplanten Mietendeckels auf die Genossenschaften finden Sie hier.